Erster Test und Erfahrungsbericht von Franz Neumeier

Die „weltweit erste Discovery-Yacht“, Milliardärs-Yacht für Menschen, die keine Milliardäre sind und der Anspruch auf Sechs-Sterne-Niveau: Mit dem umfangreichsten All-inclusive- Konzept der Kreuzfahrtbranche, bordeigenem U-Boot und zwei Sightseeing-Hubschraubern sowie acht Restaurants bei nur 200 bis 228 Passagieren lässt die Scenic Eclipse kaum einen Superlativ aus. Erfüllt das Schiff diesen Ultraluxus-Anspruch? Der Anspruch der Reederei, die Scenic Eclipse ganz oben in der Hochseekreuzfahrt zu positionieren, legt die Messlatte sehr hoch. Das Schiff und der Service müssen sich messen lassen mit beispielsweise Hapag-Lloyd Cruises, Seabourn, Crystal Cruises oder Regent Seven Seas. Ich werde daher auch einige Punkte ansprechen, die schon eine Kategorie niedriger kaum der Erwähnung wert wären – also kleine Schwachpunkte im Rahmen eines sehr hohen Grundniveaus.

Scenic Eclipse _Antarctica
Scenic Eclipse _Antarctica

Konzept: Mehr Luxus-Hotel als Kreuzfahrtschiff

Schon beim Betreten der Scenic Eclipse fällt auf, dass sich das Schiff eher am Design, Ambiente und dem Konzept eines modernen Fünf-Sterne-Hotel an Land orientiert als an typischen Kreuzfahrtschiffen. Dieser Eindruck verfestigt sich im Laufe der Reise, zusammen mit dem Gefühl, eher auf einer privaten Megayacht als auf einem Kreuzfahrtschiff zu sein. Die großzügige Lobby Lounge ähnelt einer edlen Hotel-Rezeption mit großzügiger Lounge, Kaffee- und Tee-Station sowie markanter Bar. Diese Whiskey-Bar – mehr dazu noch später – ist am Abend so etwas wie ein Ankerpunkt am Schiff und der Ort, wo man am zuverlässigsten die Mitreisenden trifft.

Das Schiff bietet insgesamt acht verschiedene Restaurants. Die Suiten sind so großzügig und bequem eingerichtet sind, dass die Passagiere viel Zeit dort verbringen. Und auch Essen kann man sich rund um die Uhr direkt in der Suite servieren lassen. Anders als auf den meisten sonstigen Expeditionsschiffen mit so geringer Passagierzahl ergibt sich daraus ein sehr individuelles Erlebnis an Bord mit weniger Gemeinschaftsgefühl der Passagiere und weniger zufälliger oder sich automatisch ergebender Interaktion untereinander. Wenn sich die eigenen Gewohnheiten von denen anderer Gäste unterscheiden, kann es hier schon mal vorkommen, dass man dem einen oder anderen Mitreisenden tagelang nicht über den Weg läuft.

Scenic Eclipse Fjord
Scenic Eclipse Fjord

Service

Der Service auf der Scenic Eclipse war auf meiner Reise auf einem sehr guten Niveau, entsprach aber noch nicht der Qualität, die man bei einem Sechs-Sterne-Niveau erwarten kann. Teils war der Service bereits perfekt, insgesamt aber inkonsistent. Insgesamt habe ich den Eindruck gewonnen, dass es sich dabei um typische Anfangsschwierigkeiten eines neuen Schiffs – hier noch dazu das erste Hochseeschiff der bisher nur am Fluss aktiven Reederei – handelt, die in ein paar Wochen wahrscheinlich der Vergangenheit angehören. Zu berücksichtigen ist dabei, dass das Schiff zu diesem Zeitpunkt erst seit drei Wochen in Dienst war und sich die Abläufe besonders auf diesem hohen Niveau erst einspielen müssen, bis wirklich alles reibungslos funktioniert. Ein sehr gutes Zeichen: Schon während meiner fünftägigen Reise waren Verbesserungen deutlich zu erkennen, derselbe Fehler passierte in der Regel kein zweites Mal.

Ein Beispiel: Pancakes gab es zum Frühstück im Yacht Club erst auf explizite Nachfrage der Restaurantleiterin beim Küchenchef. Am nächsten Tag klappte die Pancake-Bestellung schon sofort und wie selbstverständlich.

Das Potenzial für den proklamierten Sechs-Sterne-Service ist bei der Crew vorhanden. Alle, mit denen ich gesprochen habe, bringen viel Kreuzfahrt-Erfahrung mit und haben zuvor beispielsweise bei Oceania, Silversea oder Holland America Line gearbeitet. Der Hotel Director war zuvor unter anderem bei Seabourn tätig. Viele Crew-Mitglieder agieren zu wenig vorausschauend und man hört zu oft ein unausgesprochenes „Nein“ statt des Versuchs, ein Problem oder eine Anforderung des Passagiers zu lösen. Bei sechs Sternen kann man erwarten, dass Passagier-Wünsche auf die eine oder andere Weise konsequent erfüllt werden.

Allerdings – das sei auch zugestanden – musste ich mich selbst ein wenig daran gewöhnen, mich um viele Dinge nicht selbst zu kümmern, sondern stattdessen vieles einfach von meinem Butler erledigen zu lassen. Denn dann berühren mich Service-Schwächen nur sehr bedingt und alles funktioniert weitgehend reibungslos: „Steve, können Sie mir bitte für morgen oder übermorgen einen Platz im Teppanyaki-Restaurant reservieren, bevorzugt um 18:30 Uhr?“ – und die Sache ist so gut wie erledigt.

Luxus-Zahlenspiele

„Luxus“ ist oft schwer zu fassen, bedeutet vor allem individuelle Freiheit und Freiraum. Dennoch kann man einige Fakten in Relation setzen, um ein ungefähres Gefühl für ein Schiff zu bekommen. Deshalb ein paar Zahlenspiele für diese Einordnung. Beim Verhältnis Platz/Tonnage pro Passagier kommt die Scenic Eclipse auf 76,55 BRZ pro Passagier. Das ist nur geringfügig weniger als die Europa 2 (77,5) und deutlich mehr als die Hanseatic Nature (68,0) – wobei der für Hubschrauber und U-Boot benötigte, aber für Passagiere nicht relevante Platz auf der Scenic Eclipse das etwas relativiert. Weitere

Vergleichswerte aus dem Luxus-Segment:

  • Europa: 70,8
  • Le Lyrial: 42
  • Seadream: 38,4
  • Seven Seas Explorer: 72
  • Seabourn Encore: 67,25
  • geplante Crystal Endeavor: 97,5

Ein weiterer Luxus-Indikator ist das Verhältnis von Passagieren pro Crew-Mitglied. Auf der
Scenic Eclipse liegt dieses Verhältnis bei 1,3 und damit gleichauf mit der Hanseatic Nature.
Vergleichswerte:

  • Europa und Europa 2: 1,4
  • Hanseatic Nature: 1,3
  • Le Lyrial: 1,86
  • Seadream: 1,2
  • Seven Seas Explorer: 1,1
  • Seabourn Encore: 1,5
  • geplante Crystal Endeavor: 1,0


Noch besser schneidet die Scenic Eclipse auf Routen in der Arktis und Antarktis ab. Hier
fahren nur 200 Passagiere mit, dafür wird die Crew auf 192 aufgestockt, was zu einem
beinahe 1:1-Verhältnis führt und die BRZ pro Passagier auf 87,3 anhebt.

All-inklusive-Konzept

Deutliche Auswirkungen auf das Ambiente der Scenic Eclipse hat das nahezu allumfassende All-inclusive-Konzept von Scenic, weswegen es hier explizit angesprochen sei. Der Passagier wird an Bord konsequent nicht mit Preisen oder Kosten konfrontiert, weswegen es nicht einmal Getränke- oder Weinkarten gibt – zu letzterem m Abschnitt „Bars & Restaurants“ mehr im Detail.

Im Reisepreis ist faktisch alles inklusive, was das Gefühl verstärkt, auf der eigenen Privatyacht unterwegs zu sein. Es spielt einfach keine Rolle, was der Wein kostet, den man gerade trinkt. Er ist einfach da. Dafür ist eben auch der Reisepreis als solcher recht hoch. Einzig nicht inklusive sind individuelle Spa-Behandlungen, die U-Boot-Tauchfahrten, Hubschrauber-Rundflüge und Tauchgänge mit Sauerstoffflaschen sowie einige ganz wenige, besonders teure Weine.

Ansonsten ist alles inklusive: Butler-Service, alle Restaurants und 24-Stunden-Insuite-Dining, alle Getränke, Internet, Trinkgelder, viele Landausflüge (auch Kajak, Schneeschuh-Wanderungen, Schnorcheln, E-Bike-Touren), Self-Service-Waschsalon, Flughafentransfers und gegebenenfalls Shuttlebusse in den Häfen sowie Saunen- und Wellness-Bereich im Spas, Yoga und Pilates.

Scenic Eclipse
Scenic Eclipse

Zustand des Schiffs

Kennt man die Entstehungsgeschichte der Scenic Eclipse mit Beinahe-Pleite der Werft und Einspringen der Reederei mit großem, eigenem Team, ist es beeindruckend, wie gut das Schiff gelungen ist und wie wenig sichtbare Mängel vorhanden sind, die nun im laufenden Betrieb behoben werden. Dennoch: Die Außenpools waren auf meiner Reise noch nicht nutzbar, der Innenpool im Yacht Club hatte nur am ersten und am letzten Reisetag Wasser und am Sonnendeck auf Deck 10 vorne waren Handwerker damit beschäftigt, die Teakholz-Verkleidung, Sitzbänke und teils den Boden zu verlegen oder zu korrigieren. Weniger ins Gewicht fallen vereinzelte Kleinigkeiten wie eine sich ablösende Tapeten-Ecke in der Kabine oder eine etwas ausfransende Teppichkante im Treppenhaus – nichts Großes, alles leicht zu korrigieren, aber auf einem Schiff mit Sechs-Sterne-Anspruch erwähnenswert.

Scenic Eclipse Kommando Brücke
Scenic Eclipse Kommando Brücke

Scenic Eclipse: Außendecks, Wellness, Pools und Lieblingsplätze

Die Scenic Eclipse fällt einerseits durch schnörkelloses und ruhiges Design auf, das sich nicht in den Vordergrund drängt. Es dominieren Grau-, Anthrazit-, Braun- und Beige-Töne, oft mit Hochglanz-Finish sowie elegant-schlichte Formen. Viele durchdachte Design-Details fallen erst auf, wenn man bewusst darauf achtet. Ein Beispiel für diese dezenten Details im Design ist der Kontrast zwischen Yoga-/Pilates-Raum auf der Steuerbord- und Fitness-Studio auf der Backbord-Seite von Deck 7, die zusammen Ying und Yang repräsentieren: das für Aktivität stehende Fitness-Studio in sehr dunklen Tönen, der Yoga-Raum als Ruhepol in Weiß und lichtdurchflutet. Das – bis auf individuelle Behandlungen sowie Haar- und Nagel-Studio – kostenfrei nutzbare Spa ist konsequent nach Geschlechtern getrennt und hat nur im Außenbereich am Heck mit Sonnenliegen und einem kleinen Pool einen gemeinsamen Bereich. Auf beiden Seiten gibt es eine finnische Sauna, Dampfsauna, Infrarot-Sauna sowie einen Ruheraum mit Liegen, teils als Wärmeliege. Zu den Saunen gibt es ein Tauchbecken sowie eine Regendusche mit unterschiedlichen, farbigen Lichteinstellungen.

Pools

Pools sind auf der Scenic Eclipse an mehreren Stellen zu finden. Der größte davon – ein Innenpool – ist Teil des Wintergarten-artig gestalteten Yacht Club Buffet-Restaurant Yacht Clubs. Im Außenbereich des Restaurants gibt es einen halbrunden, kleineren Pool, ebenso ein Deck tiefer im Außenbereich des Spa, das per Treppe auch vom darüber liegenden Deck erreichbar ist. Zwei Whirlpools finden sich außerdem auf der Sun Terrace auf Deck 10 vorne.

Außendecks

Auf den ersten Blick scheint es so, als würde der Helipad auf Deck 8 hinten sehr viel Außenfläche wegnehmen und tatsächlich ist dieser Bereich nicht anderweitig zu Beispiel als Sonnendeck nutzbar. Tatsächlich aber gibt es für die relativ kleine Zahl an Passagieren durchaus ausreichend, wenn auch nicht üppig Außenbereiche: Die Sun Terrace und der Außenbereich des Spa jeweils mit Sonnenliegen, Außenbereiche hinterhalb und seitlich der Restaurants Yacht Club und Azure mit bequemen Sitzbänken beziehungsweise Tischgruppen sowie der
Außenbereich am Bug, auf den ich gleich näher eingehe. Hinzu kommen die relativ großen Balkone der Suiten, bei den Standardsuiten allerdings ohne Sonnenliegen.

Außendeck
Außendeck

Insgesamt ist die Scenic Eclipse kein Schiff mit auffällig großzügigen Sonnendecks, mit dem Innenpool und mehreren, eher kleinen, aber schnell zugänglichen Außenbereichen aber vor allem aber für kühlere und kalte Expeditions-Destinationen eine interessante Alternative zu Expeditionsschiffen, die eher dem Schema der großen Kreuzfahrtschiffe mit zentralem Pooldeck folgen.

Meine Lieblingsplätze: Außenbereich am Bug und Gästesofa auf der Brücke

Ein für Kreuzfahrtschiffe nahezu einzigartigen Außenbereich bietet die Scenic Eclipse am Bug: Der großflächige, mit Teakholz belegte Außenbereich am Bug auf Deck 5 – Observation Deck genannt – ist frei zugänglich, bis ganz nach vorne an die Bugspitze. Einen schöneren Platz mit unverstelltem Blick kann man sich kaum vorstellen, um auf meiner Reise beispielsweise die Ausfahrt auf dem Hafen von New York zu genießen oder beispielsweise Delfinen oder Walen ganz nahezukommen.

Mein zweiter Lieblingsplatz ist die Brücke …

Die Scenic Eclipse fühlt sich ohnehin ein wenig wie die eigene Megayacht an. Aber am deutlichsten manifestiert sich das, wenn man als Passagier einfach auf die Brücke spaziert. Das ist ganz selbstverständlich und die Tür steht in der Regel offen. Links der Brückenkonsole ist eine gemütliche Sofa-Sitzecke für Besucher eingerichtet, mit Tisch, einem Stapel Bücher und davor ein Fernrohr für die Besucher. Wer will, unterhält sich mit den Offizieren, lässt sich Schiffstechnik oder Navigation erklären oder macht ein wenig Smalltalk mit dem Kapitän, als wäre das die normalste Sache der Welt.

Scenic Eclipse: Restaurants, Bars und Entertainment

Ein Highlight gänzlich ohne Anfangsschwierigkeiten sind die Restaurants und Bars auf der Scenic Eclipse. Mit acht verschiedenen Varianten fürs Dinner bietet sie bei gerade einmal im die 200 Passagiere eine ungewöhnlich große Vielfalt. Andere Schiffe dieser Größe haben oft nur ein einziges Restaurant, im Luxus-Segment vielleicht drei oder vier. Statt eines großen Hauptrestaurants gibt es acht verschiedene, kleinere Restaurants: Panasia-Küche, Sushi und Teppanyaki-Grill im dreigeteilten Koko‘s, französische Spitzenküche im Lumiére, italienisch-mediterran im Elements, leichte Küche und kleine Gerichte sowie Pizza im Azure Café und Grill, internationale Küche im Yacht Club am Pool und ein Neun-Gänge-Menü am Chef’s Table. Lediglich der Chef’s Table ist nicht gänzlich frei zugänglich, sondern bevorzugt für die Passagiere der teuersten Suiten-Kategorien gedacht. Kostenfreie Reservierungen sind nur für das Lumiére und den Teppanyaki-Grill nötig, alle
anderen Restaurants kann man innerhalb der Öffnungszeiten spontan besuchen. Die Kulinarik auf der Scenic Eclipse kann sich problemlos mit den besten der Kreuzfahrt-Branche messen lassen. Küchenchef ist der Deutsche Tom Götter. Er ist hierzulande bekannt aus dem Sat-1-TV-Format „Top Chef Germany“, hat in zahlreichen Restaurants weltweit gekocht und war mehr als vier Jahre lang Küchenchef auf einem Seabourn-Schiff.

Yacht Club

Der Yacht Club ist eine rundum mit Panoramafenstern verglaste, Wintergarten-artige Kombination aus Buffet-Restaurant, Bar und Pool. Die Küche hinter dem Buffet ist offen einsehbar. Der Pool bekommt von oben Tageslicht, das Dach lässt sich aber nicht öffnen. Einen kleinen Pool gibt es dafür im Außenbereich zu Heck hin, ebenso wie weitere Tische und Stühle zum Essen im Freien. 70 Plätze bietet der Yacht Club innen, 48 im Freien. An warmen Tagen lassen sich automatische Schiebetüren zum Heck hin auch dauerhaft öffnen. Beim Frühstück fällt mir auf, dass die Kellner den Tee bereits mit Beutel in der Kanne servieren statt separat – ein Beispiel für die kleinen Service-Schwachpunkte an Bord. Denn bei Tee möchte ich gerne selbst bestimmen, wie lange er zieht. In solchen Details ist Hapag-Lloyd besser – dort kommt der Tee separat und der Kellner liefert auch gleich eine Sanduhr zum Stoppen der Ziehzeit mit. Erstaunlicherweise gab es keinen frisch gepressten Orangensaft zum Frühstück. Schön sind dagegen sehr feine Vitamin-Shots im Schnapsglas – alkoholfreie Frühstücks-Cocktails, präsentiert mit einem bezaubernden Lächeln der Kellnerin.

Yacht Club
Yacht Club

Azure Café: der Kaffee-Laden um die Ecke

Das Azure Café am Heck des Schiffs inklusive einem Bereich unter freiem Himmel erinnert dagegen an diese typischen Großstadt-Cafés um die Ecke, in denen man mal schnell für einen Latte Macchiato und einen Muffin vorbeischaut, sich zu Zeitunglesen hinsetzt oder für eine halbe Stunde sein Laptop aufklappt, um schnell ein paar E-Mails zu checken oder – in meinem Fall – ein paar Zeilen für den Reisebericht schreibt. Im Azure Café gibt’s aber auch Cocktails in einer lockeren Atmosphäre abseits der Lobby und vor allem von Frühstück über Lunch bis zum Dinner leichte Gerichte und Snacks mit mediterranem Flair sowie sehr gute, frisch gebackene Pizza. 50 Passagiere haben im Innenbereich des Azure Cafés Platz, 35 im Außenbereich am Heck unter freiem Himmel.

Azure Bar Café
Azure Bar Café

Elements

Wenn die Scenic Eclipse so etwas wie ein Hauptrestaurant hat, dann ist es das Elements. Es ist mit 104 Plätzen das größte Restaurant an Bord, fokussiert sich auf feine, italienische Küche, hat aber auch Steaks und Seafood auf der Karte – und eine Käseauswahl mit angeblich 50 verschiedenen Käsesorten. Der Küchenchef des Elements ist Sizilianer und beherrscht sein Handwerk, die Gerichte sind durchwegs exquisit – nur bei den Spaghetti Vongole leistet er sich erstaunlicherweise einen Ausrutscher, sie sind offenbar ohne Salz gekocht und kommen ohne Sauce. Das Elements hat zwar keine richtig offene Küche, einen Blick in die Küche kann man aber dennoch durch die raffiniert mit teils halbdurchlässigen Spiegeln dekorierte Wand erhaschen. Vor dem Elements ist eine kleine Wein-Bar angesiedelt, vorwiegend als Wartebereich konzipiert, falls einmal kein Platz mehr frei sein sollte, was ich auf meiner (allerdings nicht ausgebuchten) Reise aber nicht erlebt habe.

Elements
Elements

Chef’s Table @ Elements

Hinter einer dunklen Panorama-Scheibe verbirgt sich neben der Elements Bar der exklusive Chef’s Table. Bis zu zehn Passagiere bevorzugt aus den teuersten Suiten speisen hier auf Einladung ein Neun-Gänge-Menü, präsentiert vom Chefkoch persönlich. Auch im Chef’s Table können die Gäste den Köchen durch ein Panorama bei der Arbeit zusehen.

Chefs-Table
Chefs Table

Koko’s

Im Asia-Fusion-Restaurant Koko’s wechselt der Stil zu Dinner täglich und präsentiert mal vietnamesische, mal Thai oder chinesische Küche. Mittags werden hier feine Bento-Boxen serviert. Der Panasia-Teil des Koko’s bietet Platz für 30 bis 40 Passagiere.

Kokos
Kokos

Sushi und Teppanaki @ Koko’s

Zehn Passagiere finden an der Sushi-Bar gleich am Eingang des Koko’s Platz, der räumlich abgetrennte Teppanyaki-Grill ist jeden Abend in zwei Sitzungen für je acht Personen reservierbar. Dabei verfolgt der Teppanyaki-Grill ein etwas ungewöhnliches Konzept. Auf Zirkus-artige Kunststücke und jonglierende Köche verzichtet Scenic hier nämlich zu Gunsten einer sehr leckeren, wenn auch nicht vollständig authentischen Variante, bei der die Qualität des Essens mehr im Vordergrund steht als der sonst übliche Klamauk. Und so grillt der Koch denn auch beispielsweise Heilbutt sowie Wagyu (Grade 10), das er klein gehackt sogar für den Fried Rice verwendet.

Sushi@Kokos
Sushi@Kokos

Lumière

Mein persönliches, kulinarisches Highlight der Scenic Eclipse ist das von moderner, französischer Küche geprägte Lumiére. Stilecht an der Champagner-Bar mit frittierten Austern als Appetizer begrüßt, ist ein Dinner im Lumiére ein französischer Genießerabend, wie man sich das öfter wünscht. Die Zwiebelsuppe wird zwar nicht mit Käse überbacken serviert, ist geschmacklich aber außergewöhnlich intensiv. Der Zwischengang „La Journee Du Caviar“ begeistert nicht nur optisch mit seinem Farbenspiel und der blaue Zuckerwatte, sondern überrasche auch geschmacklich positiv. Die Ente der „Canard l’Orange“ ist so zart, dass man kaum ein Messer dafür braucht. 36 Plätze hat das Lumiére, für das man wegen der verständlicherweise großen Nachfrage eine (kostenlose) Reservierung benötigt. Die Karte wechselt in Teilen, je nach lokal verfügbaren Lebensmitteln – denn im Lumiére wird auch viel mit regionalen Produkten des jeweiligen Fahrtgebiets gearbeitet. Fun-Fact am Rande: Die Skulptur eines kanadischen Künstlers am Eingang zu Lumiére besteht aus mehr als 5.600 Löffeln.

Lumière
Lumière

In-Suite Dining

Eine der Besonderheiten der Scenic Eclipse ist das rund um die Uhr verfügbare In-Suite Dining – also komplette Menüs, die direkt in der Suite oder am Suiten-Balkon serviert werden. Zugegeben, ich habe nicht getestet, ob das wirklich auch morgens um 3 Uhr klappt. Die Speisekarte für das in-Suite Dining ist recht umfangreich und enthält unter anderem Pasta-Gerichte, Burger, Sandwiches, Salate, aber auch Steak oder Lammkoteletts mit Beilagen sowie einige Desserts.

In-Suite Dining
In-Suite Dining

Kochschule Epicure

Nicht testen konnte ich die Kochschule an Bord der Scenic Eclipse – während meiner fünf Tage an Bord wurden keine Kurse angeboten, die standen erst für später während dieser Reise am Programm. Bis zu 16 Passagiere können hier an acht Kochstationen an den Kursen teilnehmen. Sogar einen kleinen Mikro-Garen für Kräuter unter Tageslicht-Leuchten hat die Kochschule.

Whiskey-Bar mit 15 Whiskey-Sorten – all inclusive

Die Whiskey-Bar mit hinterleuchteten Regalen voll mit 155 unterschiedlichen Whiskey- und Whisky-Flaschen ist das optisch auffälligste Element der Lobby Lounge und der gesellschaftliche Mittelpunkt des Schiff, ganz ähnlich einer eleganten Bar eines Luxushotels. Auch wenn Whiskey hier im Vordergrund steht: Serviert wird auch Champagner, Wein und Bier sowie Cocktails. Der Bartender kennt seine Stammgäste sehr schnell, spricht gute Empfehlungen aus und weil ja alle Getränke an Bord der Scenic Eclipse inklusive sind, kann er auch mal ganz unkompliziert ein kleines Tasting ad hoc machen kann: hier einen Schluck eines exotischen
Whiskey probieren, dort mal zum Vergleich etwas antesten, das man bislang noch nicht getrunken hatte.

Whisky
Whisky

Observation Lounge: ruhige Bibliothek und Kaffee-Lounge

Wer sich in aller Stille zurückziehen, ein Buch lesen oder Ruhe genießen will, zieht sich in die Observation Lounge vorne auf Deck 5 zurück – vorausgesetzt, draußen sind nicht gerade Wale oder Eisberge zu sehen, denn dann dürfte die Observation eher zu einem Hotspot der Scenic Eclipse werden. Denn von hier aus hat man auch Zugang zu dem großflächigen Außenbereich des Schiffs direkt bis vor an die Bugspitze. In der Observation Lounge findet sich ein Kaffee- und Tee-Vollautomat zur Selbstbedienung mit Illy-Kaffee sowie dem besten Tee am Schiff, nämlich der Edelmarke Kusmi, statt der eher langweiligen Twinings-Teebeutel von überall anders am Schiff.

Wein- und Champagner-Bars

Keine wirklich eigenständigen Bars, sondern jeweils eher Teil eines Restaurants sind die Weinbar des italienischen Restaurants Elements und die Champagne Bar (Hausmarke: Chassenay D’Arce) des französischen Restaurants Lumière. Interessant ist, dass es in keinem Restaurant und an keiner Bar explizite Getränke-, Cocktail- oder Weinkarten gibt. Bis auf extrem teure Weine ist bei Scenic alles im Reisepreis inklusive, sodass die Idee dahinter ist, sich vom Bartender oder Sommelier beraten zu lassen und das zu trinken, was einem am besten schmeckt und am besten zu einem passt. Und dank des All-inklusive-Konzepts entfällt die Sorge, der Sommelier könnte einen, nur des Umsatzes willen,in einen unsinnig teuren Wein hineinzuschwatzen.

Ich hatte übrigens den Eindruck, dass Bartender und Sommeliers wirklich gut beraten und nicht etwa versuchen, einem eher die günstigeren Weine anzudrehen. Sie haben offenbar alle Freiheiten, dem Gast zu servieren, was für ihn am besten passt. Und so stellte ich bei einem Whiskey, den mir der Bartender an der Whiskey-Bar zum Probieren gab, später fest (ich war neugierig), dass eines Flasche dieses besonderen, japanischen Whiskeys im Einzelhandel immerhin rund 500 Euro kostet …

Lumière Champagne Bar
Lumière Champagne Bar

Theater und Entertainment

Entertainment ist auf kleinen Schiffen grundsätzlich eine Herausforderung, weil weder der Platz für viel (Bühnen-) Technik vorhanden ist, noch für zusätzliche Kabinen für ein große Team an Entertainern – zumal auf einem Expeditionsschiff mit ohnehin schon vielen Expeditionsteam-Mitgliedern und bei einem so hohen Qualitätsanspruch wie hier. Auf der Scenic Eclipse gelingt das dennoch ziemlich gut. Das Theater an Bord überrascht vor allem durch die äußerst bequemen Sessel: mit breiten Armlehnen für jeden Platz, mit hellem Leder bezogen und mit elektrisch verstellbaren Rückenlehnen und Fußstützen. Kreisförmig angeordnet, vorne mit einer Bühne finden hier 112 Passagiere Platz – also etwa die Hälfte gleichzeitig. Vorträge müssen gegebenenfalls also in zwei Sitzungen gehalten werden. Allerdings wird alles, was im Theater stattfindet, auch auf die großen TV-Displays in den Suiten übertragen, sodass man auch von dort auch zusehen kann. In der Qualität etwas durchwachsen nur teils überzeugend waren die „Enrichment“-Vorträg des eigentlich sehr kompetenten Expeditions-Teams.

Themen während meiner Zeit an Bord:

Workshop Smartphone-Fotografie, Yoga und ganzheitliche Philosophie, Geschichte des kolonialen Amerika, Meeresbewohner der kanadischen Gewässer. Wie auf Expeditionskreuzfahrten gewohnt gibt es ein tägliches „Recap“ mit einem Rückblick auf die Besonderheiten des abgelaufenen Tags und einen Ausblick auf den Folgetag. Zur Abendunterhaltung spielt an in der Main Lounge nahe der Whiskey Bar jeweils vor dem Dinner sowie bis abends spät das Eclipse Duo mit Pianist und einer Sängerin – sehr ansprechend. Im Theater wechselt das Abendprogramm zwischen ganz unterschiedlichen Formaten.

Während der vier Abende, die ich an Bord war, gab es:

  • in Boston als lokale Gastkünstler ein Konzert eines Bostoner String Quartets
  • am Abend nach unseren Stopp in Martha’s Vineyard den Kinofilm „Bohemian Rhapsody“
  • am Seetag „An Evening of Broadway“ mit der Entertainment-Direktorin Grace, eine sehr gute Musical-Sängerin, mit einem sehr schlauen Format auf Musical-Songs mit etwas Storytelling und unterhaltsamen Filmausschnitten – ein unterhaltsames Programm, das die Möglichkeiten der kleinen Bühne geschickt nutzt
  • am meinem Ausschiffungstag in Luneburg laut Tagesprogramm: Gameshow „Liars Club – 1 word, 4 definitions“.

Scenic Eclipse: Suiten

Die Standard-Suiten beeindrucken durch viele durchdachte Details mit einem höchst komfortablen Bett als Highlight. Das Badezimmer ist ziemlich großzügig, am Balkon ist Platz für einen großen Tisch für bequemes Speisen in privater Atmosphäre. Allerdings fallen auch ein paar Schwachpunkte auf. In meiner Beschreibung beschränke ich mich auf den Suiten-Typ „Verandah“, den ich mit Kabine 707 hatte. Weitere Suiten der Typen Spa und Panorama konnte ich kurz besichtigen und habe dazu eine Bildergalerie zu den Suiten erstellt, die dazu einen Eindruck liefern. Trotz elegantem Design ist die Praktikabilität der Suite nicht verloren gegangen, die Designer haben hier einen guten Kompromiss aus Design und Nutzen gefunden. So bieten die Schränke mit automatischer Innenbeleuchtung viel Ablage- und Hängeplatz. Den Ort zum Verstauen des Koffers unter dem Bett muss man allerdings erst einmal entdecken – der Butler hilft dabei. Der Stauraum unterm Bett ist nämlich mit einer Verblendung abgedeckt und die lässt sich auch nicht ganz einfach öffnen. Sinnvollerweise packt man seinen Koffer also vollständig aus, um während der Reise nicht an den Koffer zu müssen. Das Auspacken erledigt übrigens, wenn man das möchte, der Butler. Insgesamt muss man sich, wenn man diesen Service-Luxus nicht gewohnt ist, erst einmal daran gewöhnen, dass der Butler viele Dinge übernimmt, die man sonst ganz selbstverständlich selbst macht. Etwas unglücklich ist die TV-Spiegel-Kombination. Eigentlich gut gedacht fungiert das Display ausgeschaltetem Zustand als riesiger Spiegel gegenüber dem Sofa. Schaltet man den das Display an, erscheint die Anzeige hinter dem halbdurchlässigen Spiegel mit Tagesprogramm und Bordkonto, Videothek, Audio-Bibliothek und natürlich TV-Programm. Direkt neben der Balkontür reflektiert aber das einfallende Tageslicht, sodass die Spiegel-Funktion bestehen bleibt und man neben dem Display-Inhalt immer auch sein eigenes Spiegelbild und den Kabinenhintergrund sieht. Für störungsfreies Fernsehen müsste man tagsüber die Verdunkelungs-Jalousie herunterlassen. Ein zusätzlicher Vorhang zum Abschatten des Displays wäre hier sinnvoll. Die Beleuchtung der Suite ist erfreulich unkompliziert. Muss man auf anderen Schiffen manchmal ein kleines Diplom in Lichtsteuerung ablegen, sind hier einfach drei Lichtstimmungen auf drei Knöpfen vorbelegt, die man einfach drückt. Einige der Leuchten lassen sich über eigene Schalter aber auch separat bedienen. Die Leseleuchte am Bett lässt sich stufenlos dimmen und bietet wahlweise weißes und rotes Licht – der Nutzen des roten Lichts erschließt sich mir nicht so ganz. In einem hohen Getränke-Schrank findet sich eine Kapsel-Kaffeemaschine und Wasserkocher für Tee sowie Gläser und Besteck, stilles und sprudelndes Wasser, gekühlt und zimmerwarm, eine Mini-Bar mit Softdrinks und auf Wunsch auch Alkoholika.

Wie inzwischen auf den meisten neuen Schiffen gibt es ausreichend Steckdosen: Je eine im Universal-Format (für Schuko, Euro- und US-Norm) und USB an beiden Nachtkästchen, eine Universalsteckdose in einem der Schränke sowie etwas versenkt hinter dem Schreibtisch zwei Steckdosen im Universal-, eine im US- und zwei im USB-Format. Kurz: Der Steckdosen- Adapter kann getrost zu Hause bleiben. Echter Luxus ist der Fön. Das Gerät von Dyson kostet im Handel über 300 Euro, ist leistungsstark und sehr leise. Die Rettungswesten sind eine kleine Überraschung, weder klobig noch orangefarben. Stattdessen gibt es auf der Scenic Eclipse sich automatisch aufblasende Westen, die zugleich für Zodiac-Fahrten genutzt werden. Ebenfalls ungewohnt ist eine Tasche mit einem „Personal Survival Kit“ für den Notfall, das unter anderem warme Unterwäsche, Wollmütze, Handschuhe, einen Trinkbecher, ein Messer und Handwärmer beinhaltet. Das habe ich auf einem Expeditionskreuzfahrtschiff noch nie gesehen.

Zimmer
Zimmer

Betten

Das Highlight der Suite sind die Betten: sie fühlen sich sehr weich an, unterstützt aber dennoch die Wirbelsäule perfekt. Ich habe selten so bequem in einem Bett gelegen. Und per Knopfdruck lässt sich beispielsweise das Kopf- oder Fußteil anheben. Für mich ist das ideal zum Arbeiten am Laptop ohne Rückenschmerzen, wenn ich dank Jetlags wieder einmal morgens um fünf Uhr aufwache und meinen Blog-Beitrag vom Vortag schreiben will. Für normale Passagiere ist das verstellbare Bett beispielsweise perfekt fürs Frühstück im Bett. Der Schlaf- und der „Lounge“-Bereich mit Sofa, Tisch und Schreibtisch lassen sich mit einem weitgehend lichtdichten Vorhang voneinander trennen. Perfekt gelöst ist die Verdunkelung der Kabine mit einer elektrisch gesteuerten, absolut lichtdichten Verdunkelungs-Jalousie. Leider wird die Verdunkelung durch einige intensive und nicht abschaltbare Lichtquellen konterkariert: Telefon, dauerhaftes Minimal-Licht der LED-Lampen, Touch-Taster für Kabinenservice und „bitte nicht stören“ an der Tür, das unter der Badtür durchscheinende Nachtlicht. Das Ambiente-Licht des Klimaanlagen-Displays lässt sich immerhin – wenn man den passenden Untermenüpunkt findet – abschalten. Balkon Das bodentiefe Panorama-Fenster ist zur Hälfte eine Schiebetür zum Balkon. Der Balkon hat einen großen, vollwertiger Tisch zum bequemen Essen sowie zwei bequeme Stühle. Für Sonnenliegen reicht der Platz am Balkon nicht aus. Die Brüstung ist im unteren Teil aus Stahl, im oberen aus Glas – ein guter Kompromiss aus Schutz und Aussicht.

Veranda Suite
Veranda Suite

Bad

Das Bad mit wirkt mit einem nahezu quadratischen Grundriss recht geräumig, die große Dusche mit Glastrennwand hat sowohl eine Handbrause als auch eine Regendusche. Der gut beleuchtete Spiegelschrank bietet viel Stauraum und hat einen auch bei heißem und langem Duschen nicht beschlagenden Spiegel. Das Waschbecken wirkt auf den ersten Blick ungewohnt, weil es kein richtiges Becken ist, sondern eher schräge Fläche. An diese stylische Variante des Waschbeckens gewöhnt sich aber recht schnell. Ungewohnt sind auch die Hand- und Badetücher: Sie sind dunkelgrau und von hoher Qualität, ihre Oberfläche ein wenig rau, was ich persönlich sehr mag. Vor allem aber sind die sehr saugstark und damit eine wohltuende Alternative zu den zwar sehr flauschigen, meist aber kaum saugfähigen, weißen Badetüchern, die sonst in Hotels und auf Schiffen üblich sind.

Unter dem Waschtisch ist ein sanftes Nachtlicht versteckt, sodass man nachts zum Toilettengang das helle Hauptlicht nicht einschalten muss. Einen lederbezogenen Sitzhocker brauche ich persönlich im Badezimmer nicht, er mag aber vielleicht für manche Passagiere praktisch sein. Was mir fehlt, ist dagegen eine Wäscheleine in der Dusche sowie ein Vergrößerungsspiegel am Waschtisch.

Badezimmer
Badezimmer

Scenic Eclipse: Technik und Schiffsausstattung

Technisch wartet die Scenic Eclipse mit ein paar Besonderheiten auf, die vor allem dem Komfort der Passagiere dienen, aber auch bei der Umwelttechnik auf dem aktuellen Stand
der Entwicklung sind. Und natürlich erregen die beiden Hubschrauber und das U-Boot Aufmerksamkeit. Die Stabilisatoren der Scenic Eclipse sind laut Reederei 50 Prozent größer als für diese Schiffsgröße typisch und funktionieren auch, wenn das Schiff nicht fährt – sogenannte Zero Speed Stabilizer. Zwei mit je 1.500 PS besonders starke Bugstrahlruder machen das Schiff zusammen mit den zwei Azimuth-Pod-Antriebseinheiten sehr wendig. Auffällig ist während meiner Zeit an Bord auch, was nicht auffällt: Am Schiff gibt es keine spürbaren Vibrationen. Und laut Kapitän James Griffiths hat sich der Antrieb während der Erprobungsfahrten auch als sehr leise erwiesen. Als Treibstoff kommt laut Kapitän James Griffiths ausschließlich Marine Gasoil (MGO) zum Einsatz, ein Abgasreinigungssystem filtert zusätzlich den größten Teil der Stickoxide, sodass die Scenic Eclipse den NOx-Grenzwert nach Tier III der Marpol-Vorschriften der IMO einhält. Abwärme-Rückgewinnung wird zur Verminderung des Treibstoffverbrauchs genutzt. Ballastwasser wird sowohl bei der Aufnahme als auch Abgabe mit UV-Licht behandelt, um eine Übertragung von Mikroorganismen in andere Regionen der Ozeane zu verhindern. Mit einem automatischen Positionshaltesystem („dynamic positioning“) muss das Schiff nicht ankern und schont so den Meeresboden vor allen in sensiblen Regionen.

Eurocopter-Hubschrauber

Mit den beiden Hubschraubern vom Typ Eurocopter H130 von Airbus verfügt die Scenic Eclipse über die leisesten Sightseeing-Helikopter überhaupt. Bis zu sechs Passagiere können neben dem Piloten mitfliegen. Mehr zu den Hubschraubern und Fotos von einem Rundflug finden Sie im Beitrag „Mit dem Helikopter der Scenic Eclipse über Lunenburg, Nova Scotia“.

U-Boot „Scenic Neptune“

Das U-Boot „Scenc Neptune“ ist ein witziges und reizvolles Feature der Scenic Eclipse. Das U- Boot vom Typ „Cruise Submarine 7“ des niederländischen Herstellers Worx ist mit Abmessungen von 3,2 mal 4,5 mal 2,32 m erstaunlich kompakt und kann unter Wasser bis zu drei Knoten (5,55 km/h) schnell fahren. Es schafft bis zu 300 Metern Tauftiefe, theoretisch bis zu 18 Stunden Unterwasser-Zeit, acht möglichen Tauchgängen pro Tag für jeweils sechs Passagiere plus Pilot. Aber genau wegen dieser doch relativ geringen Kapazität sollte man das U-Boot nicht als wesentlichen Grund für die Buchung der Scenic Eclipse sehen. Je nach Fahrgebiet und Tauchmöglichkeiten können längst nicht alle Passagiere mitfahren. Auf der Reise, von er ich die ersten fünf Tage an Bord war, konnte lediglich bei einem Hafenstopp zu einem alten Schiffwrack getaucht werden und das musste letztlich wegen zu starkem Seegang angesagt werden. Das U-Boot ist sehr abhängig von Wind und Wellen, weil die Passagiere von einem Zodiac- Schlauchboot in das U-Boot umsteigen müssen. Und das gestaltet sich schon bei relativ wenig Seegang oder stärkerem Wind sehr schwierig. Ein 20minütiger Tauchgang mit dem U- Book kostet übrigens 250 Dollar, für 40 Minuten berechnet Scenic 475 Dollar.

Mit dem Helikopter der Scenic Eclipse über Lunenburg, Nova Scotia

Die kurze Reise mit der Scenic Eclipse geht mit einem Highlight zu Ende: Mit einem der beiden bordeigenen Helikopter fliegen wir über den kleinen Ort Lunenburg und die umliegende Landschaft Nova Scotias in Kanada. Am Morgen fährt die Scenic Eclipse einem grandiosen Sonnenaufgang entgegen, bevor sie in der Lunenburg Bay ankommt und dort für den Rest des Tages liegt. Die kleine Hafenstadt Lunenburg, etwa 90 Kilometer von Halifax entfernt, ist Kanadas älteste deutsche Siedlung mit langer Fischerei- und Schiffbautradition. Die Innenstadt Lunenburg mit ihren idyllischen, bunt angemalten Holzhäusern und einige historische Villen von Kapitänen ist seit 1995 Unesco-Weltkulturerbe. Sie setzt zunächst das bordeigene U-Boot ab, mit dem Passagiere heute ein altes Schiffswrack erkunden sollen, das hier in der Bucht am Meeresgrund in etwa 30 Metern Tiefe liegt. Die U-Bootfahrt wird später allerdings abgesagt: Wind und Wellen sind zu stark, um ein sicheres Umsteigen der Passagiere vom Zodiac in das U-Boot zu erlauben. Ich muss eigentlich zum Flughafen nach Halifax für meinen Rückflug nach München, aber davor habe ich noch einen Platz in einem der Hubschrauber für einen Rundflug über Lunenburg und die Umgegend ergattert. Die kanadischen Zollbehörden machen mir fast noch einen Strich durch die Rechnung, weil die Freigabe des Schiffs viel länger dauert als geplant und bis dahin auch der Hubschrauber nicht abheben darf. Letztlich klappt es dann aber doch noch, ich nehme einen späteren Transfer zum Flughafen, der zwar zeitlich ein wenig knapp wird, aber dafür kann ich bei klarer Luft und herrlichem Fernblick vom Helipad der Scenic Eclipse abheben und mir alles von oben ansehen, …
… natürlich auch die Scenic Eclipse, um die der Pilot mehrfach kreist, damit alle Passagiere des Hubschraubers auf beiden Seiten Fotos vom Schiff machen können. Was für ein grandioser Ausklang für diese Kreuzfahrt, die – auch ziemlich ungewöhnlich – mit einer Ausschiffung im Tenderboot endet, denn Lunenburg ist auch für ein relativ kleines Schiff wie die Scenic Eclipse zu klein für einen passenden Anleger.

Ich bin schon früher mit einem Hubschrauber dieses Typs von Eurocopter geflogen, auf Kauai mit Blue Hawaian Helicopters. Die Maschinen für bis zu sieben Passagiere sind sehr leise, haben wenig Vibrationen und eine große Glaskuppel für besten Blick von allen Plätzen aus – der wahrscheinlich beste Helikopter für Sightseeing-Flüge. Ganz billig sind die Hubschrauberflüge auf der Scenic Eclipse allerdings nicht: Knapp 400 Dollar werden für einen 20minutigen Flug fällig. Hubschrauber, U-Boot, Spa-Behandlungen und einige ganz exquisite Weine sind dann aber auch das einzige, was im Reisepreis der Scenic Eclipse nicht bereits inklusive ist.

Fakten zu den Helikoptern

Auf der Scenic Eclipse kommen zwei Hubschrauber des Typs Airbus H130 (EC-130-T2) zum Einsatz kommen. Sie landen auf dem Deck der Discovery Yacht, werden in speziell dafür entwickelten Hangars an Bord gelagert und von einem flachen Transport-Roboter von den Hangars aufs Helipad gezogen. Die Eurocopter H130 sind speziell für Sightseeing-Flüge entwickelt worden und gehören zu den leisesten der Welt – sowohl bei den Außengeräuschen der Rotoren als auch für die Passagiere im Innenraum, wo Noisecancelling-Kopfhörer von Bose die Rotorengeräusche noch weiter dämpfen. Die Hubschrauber sind vor allem deshalb so leise, weil sie über einen speziell dafür entwickelten Heckrotor verfügen – bei einem Hubschrauber typischerweise die kritischste Lärmquelle. Laut Hersteller liegt die Geräuschentwicklung etwa 7 Dezibel unterhalb des strengsten Grenzwertes im touristischen Bereich, nämlich den Regeln des Grand Canyon National Parks. Der Eurocopter EC 130 T2 hat eine maximale Reichweite von 600 Kilometern oder vier Stunden Flugzeit und fliegt bis zu 237 Kilometer pro Stunde schnell.

Scenic Eclipse Helicopter
Scenic Eclipse Helicopter

Scenic Eclipse: Fazit

Von außen ist die Scenic Eclipse in meinen Augen eines der schönsten Kreuzfahrtschiffe, die es derzeit gibt. Die kompromisslos bogenförmige Silhouette macht sie zu einem sehr ästhetischen Schiff – inklusive der sehr geschickten Lösung, die Seitenwände des Helipads nur dann seitlich abzuklappen, wenn der Helipad auch wirklich benutzt wird. So wird die Silhouette der Scenic Eclipse so selten wie möglich durch die zwangsweise waagrechte, große Hubschrauberplattform gestört. Nach ihren ersten drei Wochen im Dienst wird die Scenic Eclipse dem eigenen Sechs-Sterne- Anspruch insbesondere bei der Service-Qualität noch nicht ganz gerecht, ist aber auf gutem Weg dahin und das dafür nötige Potenzial ist bei der Crew vorhanden. Behebbare Schwachpunkte gibt es auch noch in den Suiten. Die Scenic Eclipse lebt von einem Konzept, das sich an Luxus-Hotels mehr orientiert als an Kreuzfahrtschiffen, was auch durch das stimmige, zurückhaltend-elegantes Design mit vielen nützlichen Details unterstützt wird. Die Restaurant-Vielfalt, gerade auf einem so kleinen Schiff, ist beeindruckend, ebenso wie das exquisite Niveau der Küchen, das den besten der Kreuzfahrtbranche ebenbürtig ist. Hubschrauber und U-Boot sind interessante Features, bei denen ich mir noch nicht abschließend sicher bin, ob sie wirklich notwendig wären. Hubschrauber, auch wenn es die beeindruckend leisen Eurocopter sind, wecken gewisse Bedenken in sensiblen Regionen – da muss Scenic noch den Beweis antreten, dass insbesondere der Tierschutz in der Arktis und Antarktis bedingungslosen Vorrang hat. Das nahezu ausnahmslose All-inclusive-Konzept, die offene Brücke, der frei zugängliche Bugbereich und viele andere Details schaffen ein Ambiente, das eher dem einer privaten Megayacht als einem Kreuzfahrtschiff ähnelt – zugegebenen fehlt mir mangels privatem Reichtum aber bislang noch die Vergleichsmöglichkeit zu einer echten Privatyacht …

Die Scenic Eclipse hat Ihr Interesse geweckt und Sie haben noch Fragen? Gerne beraten wir Sie persönlich in unserem Büro.

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