Jordanien ist ein kleines Land: von der nördlich gelegenen Stadt Irbid bis an den Südzipfel bis an den Südzipfel, Aqaba am Roten Meer sind es nur ca. 400 Kilometer. Der von Norden nach Süden verlaufende Jordangraben erreicht am Toten Meer den tiefsten Punkt der Erdoberfläche, mit 425 Metern unter dem Meeresspiegel. Der afrikanische Grabenbruch erreicht das Rote Meer bei Aqaba. König Abdullah II ist das Staatsoberhaupt und ein Familienfoto findet man an fast jeder öffentlichen Einrichtung.

Die ersten 3 Nächte sollten wir hier im modernen Hotel Grand Hyattverbringen und von hier aus Ausflüge unter anderem nach Jerash und die Wüstenschlösser im Osten besichtigen. Auch Amman stand auf unserem Programm: eine faszinierende Stadt, umgeben von einer hügeligen Landschaft auf bis zu 1400 Metern Höhe. Dies hat zur Folge, dass es im Sommer nicht so heiß wie im übrigen Teil des Landes ist und im Winter ab und zu sogar Schnee fällt. Viele Stadtbewohner fahren dann am Wochenende ans Tote Meer, um das warme Klima zu geniessen.

In Amman spiegelt sich der Kontrast zwischen Alt und Neu wieder: Im Geschäftszentrum findet man moderne Gebäude, Restaurants und Hotels. Daneben findet man aber auch Relikte von der über 3500 Jahren alten Geschichte. Unter anderem auf dem Zitadellenhügel entstandenen Sehenswürdigkeiten: Umayyadenpalast, Herkules Tempel und eine byzantinische Basilika. Der Blick von hier aus ist umwerfend: Man schaut auf das wiederhergestellte römische Amphitheater, wo heute noch Vorstellungen stattfinden.

Amman
Amman

Amphitheater
Amphitheater

Am zweiten Tag sollten wir die alte römische Stadt Jerash besichtigen, welche nur ca. 1 Autostunde nördlich von Amman liegt. Diese gehörte einmal, neben Petra zu den 10 wichtigsten römischen Provinzen, genannt Dekapolis. Die bis ins 1. nachchristliche Jahrhundert nur unbedeutende Stadt erlebte hier und unter dem römischen Frieden einen schnellen Aufstieg. Jedes Jahr im Juli findet vor der Kulisse der uralten Stadt eines der bekanntesten Kulturereignisse der Welt statt: www.jerashfestival.jo

Am zweiten Tag ging unsere Route in Richtung Osten, quer durch die Wüste zu den Ummayidischen Wüstenschlössern Al Azraq, al Amra. Diese dienten im 8. Jahrhundert vorwiegend als Karawanen-, Handelsstützpunkte aber auch als Zufluchtsstätte auf dem Weg in den Irak oder nach Saudi Arabien.

Am dritten Tag verließen wir Amman und fuhren in Richtung Süden, nach Madaba, wo wir eine griechisch-orthodoxe Kirche anschauten. Auf dem Weg dorthin hielten wir noch am Mount Nebo, wo Moses einst das Heilige Land erblickte. Hier soll er auch begraben sein. Vor einem erstreckt sich ein weites Panorama, über das Jordantal, das Tote Meer, bis nach Israel.

Mount Nebo
Mount Nebo

Danach setzten wir die Busfahrt fort bis nach Petra, die wohl bedeutensten Stadt Jordaniens. Nach dem Einchecken im Mövenpick Hotel, welches übrigens direkt am Eingang liegt, ging es bei Dunkelheit und Vollmond in Richtung Schatzkammer. Der Weg dorthin war mit tausenden Kerzen beleuchtet. Nach ca. 600 Metern erreicht man die Schatzkammer und lauscht bei Kerzenlichtern mystischer Musik der Beduinen. Ein sehr beeindruckendes Erlebnis, welches dreimal wöchentlich stattfindet.

Aber der nächste Tag sollte unser absolutes Highlight werden. Früh morgens passierten wir den Eingang und bei Tag wird einem erst einmal das Ausmaß dieser von den Nabatäern vor über 2000 Jahren erschaffenen Stadt bewusst. Diese haben in Sandsteinwände Häuser und Monumente geschlagen, welche unter anderem als Grabstätten, Schatzkammern oder auch Klöster dienten. Wir entschieden uns den weiten Weg über 800 Stufen auf Eselsrücken zu bewältigen und gelangten an einem weiteren, beeindruckenden Ort, der sehr abseits des Touristenrummels lag. Hier waren wir fast für uns alleine und man hat wiederum einen einmaligen Blick über Wüstengebirge. Dieses Wüstengebirge sollten wir auf unserer Fahrt nach Wadi Rum, in Richtung Süden auf einer Jeeptour erleben dürfen. Hier begegnete uns die Wüste in all ihren Farben und Beschaffenheiten. Man kann übrigens Nächte in Beduinenzelten verbringen

Wüstengebirge
Wüstengebirge
Beduinenzelten
Beduinenzelten

Am späten Abend trafen wir nach einem sehr anstrengenden Tag am Badeort Aqaba ein. Als wir vom Bus ausstiegen kam uns ein heißer Luftschwall entgegen. Immerhin befinden wir uns nur ca. 20 Kilometer von der Saudi-arabischen Grenze entfernt.

Die Hotellerie ist sehr gut. Es gibt alle Hotelkategorien von den einfachsten bis zu Luxushotels wie das Interconti, das Kempinski, das Marriott und viele andere.Die Sandstrände und Korallenriffe gehören zu den ursprünglichsten am Roten Meer.

Am selben Tag ging die Fahrt nach einer Schnorcheltour in Richtung Norden, ans Tote Meer. Die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden und abends bei Sonnenuntergang erreichten wir unser Hotelresort, das Kempinski Ishtar. Eine neu entstandene Hotelanlage, sehr stylisch, mit diversen Pools und Wasserfällen. Außerdem einem Anantara SPA.

Kempinski Ishtar
Kempinski Ishtar

Am nächsten Morgen musste natürlich jeder das Erlebnis Baden-im-Toten-Meer kennen lernen. Und es war wirklich ein witziges Erlebnis. Viele rieben sich ihren Körper mit dem mineralstoffhaltigen Schlamm ein. Man hat nach dem Bad eine samtweiche Haut. Interessant für mich war noch die Erkenntnis, dass aufgrund der Lage des Meeres, 420 Meter unter dem Meeresspiegel und der stark ozon-, und mineralstoffhaltigen Luft man nur schwer eine Sonnenbrand bekommt. Nach dem Bad machten wir uns auf den Weg nach Bethanien jenseits des Jordans. Hier soll Johannes der Täufer Jesus getauft haben. Ein sehr bedeutender, biblischer Ort, wo noch immer Menschen sich taufen lassen und Papst Johannes Paul II im Jahr 2004 seine Pilgerreise unternahm.

Dies sollte auch schon unser letzter Tag unserer faszinierenden Reise sein. Jordanien ist ein Land, welches bei einer Reise in ein arabisches Land nicht ausgelassen werden sollte. Vor allem wenn man an heilige, christliche Pilgerstätte und an beeindruckenden Wüstenlandschaften interessiert ist.