Ende März durfte ich das einzigartige Land Myanmar, das ehemalige Burma, erkunden. Geflogen sind wir mit der Thai Airways über Bangkok nach Mandalay, die als das Zentrum burmesischer Kultur gilt. Geplant war eine einwöchige Reise, in der ich möglichst viele Eindrücke von den einheimischen Leuten und der Landeskultur gewinnen wollte.

Tag 1

Nach der Ankunft in Mandalay machten meine Reisebegleitung und ich einen sehr kurzen Stopp im Hotel um unser Gepäck abzugeben. Die Müdigkeit der langen Anreise war sofort verflogen, viel größer noch war nämlich die Neugierde und Spannung auf das alte ‚Burma‘. Deshalb starteten wir direkt mit der Besichtigung der Stadt Myanmar. Wir organisierten uns einen Guide, welcher uns direkt zum Shwenandaw-Kloster führte. Ein wunderschöner Holzbau. Schade, dass es das einzige original erhaltene Gebäude des königlichen Palastes von ‚Madalay‘ ist. Wer weiß welch majestätische Ausdruckskraft das Gebäude früher gehabt haben muss. Die Anlage wurde 1880 abgebaut und außerhalb der Palastmauern wiedererrichtet, nur so entging das Kloster dem großen Feuer im Jahre 1945. Seine Bekanntheit aber erlangte das Kloster nicht aus diesem Grund, sondern weil es mit höchst beeindruckenden Holzschnitzereien bereichert ist.

Auch unser nächstes Ziel war nicht weniger atemberaubend. Wir besichtigen das „größte Buch der Welt“, die Kuthodaw-Pagode. Die Anlage besteht aus 729 pavillonartigen Tempeln, in denen je eine Marmortafel steht, auf welchen das Leben und die Lehren Buddhas dargestellt sind, während sich in der Mitte der Tempel eine riesige goldene Pagode, die „Maha Lawka Marazein-Pagode“, erhebt. Wir hatten großes Glück, denn die Sonne am späten Nachmittag tauchte alles in ein wunderbares Licht und sorgte für Postkartenidylle bei jedem Schnappschuss.

Für den Sonnenuntergang fuhren wir hinauf zum ‚Mandalay Hill‘, auf dem man eine wunderbare 360 Grad-Aussicht genießen kann. Das letzte Stück des Berges ist hierbei mit einer Rolltreppe oder einem Lift zu meistern, wir entschlossen uns für die Rolltreppe. Die Atmosphäre war wundervoll und trotz der diesigen Sicht, welche durch den Smog der Stadt entsteht, lohnt sich der Besuch allemal! Einige Mönche suchten mit uns das Gespräch und unser Reiseleiter verriet uns, dass sie dies oft tun, da sie es lieben ihr Englisch durch die Touristen zu testen und zu verbessern.

Tag 2

Nach einer erholsamen Nacht im Hotel und ausreichend Schlaf, freuten wir uns auf weitere Entdeckungen in und rund um Mandalay. Unser erster Besuch galt dem Mahagandayon Kloster. Dieser befindet sich ca. 11 km von Mandalay am Ortsausgang von ‚Amarapura‘. Jeden Vormittag gegen 11:00 Uhr ziehen die Mönche hier in zwei Reihen an den Gläubigen und Touristen vorbei, um Essenspenden in Empfang zu nehmen. Auf diese Weise werden teilweise um die 1000 Mönche täglich versorgt. Von unserem Reiseleiter erfuhren wir, dass jeder Burmese mindestens einmal in seinem Leben eine Zeitlang im Kloster gelebt haben sollte.

Weiter ging unsere Führung zur berühmtesten Brücke des Landes, der 1,2 km langen Teakholzbrücke U-Bein. Sie ist die älteste und längste Teakholzbrücke der Welt und überquert den ‚Taungthaman-See‘. Dort verkauften mir Einheimische überteuerte Jadearmbändchen, die ich eigentlich überhaupt nicht brauchte, aber wem ist das denn nicht schonmal passiert? Das Erlebnis war trotzdem lohnenswert und die Armbändchen bleiben ein Erinnerungsstück.

Unsere Besichtigungstour führte uns weiter zur Mahamuni Pagoda. Diese Pagode beherbergt die bedeutendste Buddha-Figur des Landes. Tausende von Pilgern besuchen das Ebenbild Buddhas, das, der Überlieferung nach, bereits zu seinen Lebzeiten erschaffen wurde. Gläubige kommen hier her, um hauchdünne Blattgoldplättchen auf die Figur zu kleben. Durch die inzwischen zentimeterdicke Schicht Blattgold, ist der Buddha mit den Jahren etwas unförmig geworden. Nur das Gesicht darf nicht beklebt werden und ist daher noch in seiner ursprünglichen Form zu erkennen. Zu meinem Nachteil ist es hier nur Männer erlaubt, die berühmte Buddha-Figur zu berühren. Frauen können das Geschehen lediglich an TV-Bildschirmen in innersten Raum der Pagode verfolgen. Schade!

Nach diesen zwei erlebnisreichen Tagen freuten wir uns schon alle und waren gespannt auf unser Domizil für die nächsten Nächte: das Flusskreuzfahrtschiff RV Pandaw II.

Tag 3

Ich begann den Tag mit einem umwerfenden Sonnenaufgang an Deck und bereitete mich vor auf das Erleben des ländlichen, ursprünglichen ‚Myanmars‘. Die Dörfer zogen an uns vorbei, während wir den ‚Ayeyarwady‘ Fluss entlang glitten. Irgendwann hielten wir an und besuchten das Dorf ‚Yandabo‘. Hier kann man unter anderem eine Schule und eine Krankenstation finden, die mit Spenden der Pandaw-Passagiere erbaut wurden. Noch im selben Dorf lernten wir, wie dort getöpfert wird und ich war echt froh, dass wir uns in diesem Handwerk nicht versuchen müssen. Schon erstaunlich, wie mit ganz einfachen Mitteln perfekte Gefäße aller Art entstehen können. Da der Sonnenuntergang dem Sonnenaufgang in nichts nachsteht, entschloss ich mich dazu ihn so enden zu lassen wie er begonnen hatte, ganz entspannt und mit schöner Sicht. Wir genossen den Ausklang des Tages an Deck mit einem Gin Tonic in der Hand. Einfach herrlich!

Tag 4

Unglaublich, wie so eine Flusskreuzfahrt entschleunigt! So hatten wir alle unseren Alltag in Deutschland bereits komplett vergessen. Wir besuchen ein weiteres Dorf mit einem lokalen Markt. Die Waren waren überall kunstvoll aufgetürmt und luden geradezu dazu ein, sie zu fotografieren. Überall lockten farbenfrohe und exotische Motive! Wir kauften auch hier ganz viele schönen Souvenirs: Stoffhosen, Armreife, Tücher, Schals und Lackarbeiten aller Art. Unser humorvoller Reiseleiter, Thet, meinte scherzhaft dazu, dass wir das alles ja an der nächsten Station unserer Reise wieder verkaufen hätten können.

Tag 5

Meine lieben Mitreisenden verbrachten den Vormittag im Dorf ‚Salay‘. Ich musste diesen Ausflug leider ausfallen lassen, da ich mich nicht so gut fühlte, daher lies ich mir von den anderen ausgiebig vom Yoke-Sone Kyaungs Kloster und dem Salay House berichten. Letzteres war früher einmal ein koloniales Warenhaus am Flussufer des Ayeyarwady und dient heute als Museum.

Am Nachmittag fühlte ich mich glücklicherweise wieder fit. So konnte auch ich am Ausflug zum T’ant-Chi-Taung‘ Berg teilnehmen und die dortige Stupa besichtigen. Vor der Rückkehr hatten wir das Glück eine traditionelle Elefantentanz-Vorführung zu sehen. Zwei Männer, verkleidet in aufwendig gestalteten Elefantenfiguren, tanzten zu Musik. Diese klang, zumindest für meinen Geschmack, etwas gewöhnungsbedürftig, denn sie war extrem schrill und laut. Dennoch war es sehr interessant und ich bin froh, dass ich diese Tradition erfahren durfte.

Tag 6

An diesem Tag stand mein persönliches Highlight auf dem Plan: ‚Bagan‘, denn der Besuch der historischen Königsstadt stand schon lange auf meiner Bucket List. Auf knapp 40 Quadratkilometern verteilen sich ca. 2.000 Tempel und Pagoden. ‚Bagan‘ ist sicherlich eines der schönsten Ziele in ‚Myanmar‘, keine Frage! Am meisten beeindruckt hat mich der Ananda-Tempel mit seinen vier 12m hohen Buddha Statuen, die jeweils auf eine Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Im Ort ‚Bagan‘ besichtigten wir zudem einen Handwerksbetrieb, der Lackarbeiten herstellt. Unglaublich, wie viele Arbeitsschritte nötig sind, um diese kunstvollen Arbeiten herzustellen.

Noch am selben Abend ging unser Flug von ‚Bagan‘ nach ‚Yangon‘. Aus dem Flugzeugfenster hatten wir einen traumhaften Blick auf den Sonnenuntergang über ‚Bagan‘. Der Ausblick war wirklich magisch, was die hohe Nachfrage nach Ballontouren über diese Stadt erklärt. Ein Tipp von mir ist also, falls Sie gerne eine Ballonfahrt über ‚Bagan‘ unternehmen möchten, unbedingt eine frühzeitige Reservierung vorzunehmen. Der Preis liegt bei ca. 350 USD pro Person UND eine Ballonfahrt ist nur in den Monaten Oktober bis Anfang März möglich!

Tag 7

An unserem letzten Tag besichtigten wir die Hauptstadt ‚Yangon‘. Natürlich durfte das absolute Highlight, die Shwedagon Pagode, nicht fehlen. Ich hätte dort den ganzen Tag verbringen können, soviel gab es zu sehen. Am meisten Freude machte es, sich einfach ein schattiges Plätzchen zu suchen und das Treiben zu beobachten. Gläubige, Mönche, Touristen und Novizen bildeten eine bunte Mischung und es tat der religiösen Stimmung keinen Abbruch, dass die Pagode zur Restauration eingerüstet war.

Auf dem Scott Market hatten wir schließlich die letzte Gelegenheit Souvenirs zu kaufen – als ob wir nicht schon ausreichend Mitbringsel und Andenken gekauft hatten. Ob die Mango/Chili Scheiben den Kollegen im Büro schmecken würden?

Auf der Fahrt zum Flughafen machte sich wirklich etwas Wehmut breit. Es hätte noch so viel mehr zu sehen gegeben, wie beispielsweise den Inle See mit seinen Einbeinruderern. Schon neue Gründe also, das Land der goldenen Pagoden nochmal zu besuchen!

Myanmar ist wirklich ein Land, daß einen „mit nimmt“ und tief berührt! Es würde mich sehr freuen, wenn Ihre Entdeckerlust geweckt wurde und ich Sie für eine Reise nach Myanmar begeistern konnte. Ich habe sicher den einen oder anderen Tipp für Sie parat. Ich kann ihnen beispielsweise empfehlen Lippenstifte und Parfumproben für die burmesischen Damen zum Verschenken mitzunehmen. Sie werden so vielen Frauen ein strahlendes Lächeln aufs Gesicht zaubern. Ich freue mich auf Sie, Ihre Nadine Schaake

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2 Kommentare

  1. Ich durfte vor drei Jahren ebenfalls in dieses bezauberndes Land reisen.
    Als Verlängerungstipp empfehle ich ein Badehotel im Süden, in Ngapali. Noch sehr ursprünglich, weiße lange und palmengesäumte Strände. Man findet einfache bis sehr luxuriöse Hotels.

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